Inhalte meines Notizblockes:              Gedanken und Inspirationen zu verschiedenen Themen, die mich bewegen.

Viel Spaß und bunte Anregungen beim Stöbern!

Brustkrebs Sunshine Bingo

Brustkrebs, Punschkrapferl, brusterhaltende OP, Sunshine Bingo

 

Heute schreibe ich noch einen Nachzügler anlässlich des Brustkrebs-Monats Oktober.

 

Spät aber doch, liegt er mir ganz besonders am Herzen! Dieser Beitrag ist speziell für Angehörige, Freunde und Bekannte von Betroffenen und für alle Außenstehenden, die eventuell mit jemand der an Krebs erkrankt ist konfrontiert werden.

 

 

Wenn wir jemandem begegnen, der offensichtlich gerade von einer schweren Krankheit betroffen ist, werden wir mit unserer eigenen Endlichkeit, Verwundbarkeit und – ja, Sterblichkeit konfrontiert.

 

Das macht Angst, das macht Betroffen und berührt uns im tiefsten Inneren. Es rührt an unseren Urängsten, an unserem Wunsch, unserer Hoffnung unversehrt zu bleiben.

 

Deshalb fällt uns, ganz allgemein, der Umgang mit Menschen, die „aus der Norm schlagen“ (sei es durch eine lebensbedrohliche Krankheit, körperliche „Gebrechen“ oder kognitive Einschränkungen) oft schwer und löst Unbehagen aus. Meist sind wir uns gar nicht bewusst, was gerade in uns abläuft.

 

Dieser Blogartikel soll den Umgang mit Krebs-PatientInnen erleichtern und eine Brücke schlagen. Ich möchte Offenheit miteinander fördern und ein bisserl Unbeschwertheit in die Schwere bringen.

 

Dazu habe ich in der FB-Gruppe „Brustkrebs Österreich“ mit den Frauen ein wenig Brainstorming betrieben und wir haben gesammelt, was uns in der Zeit gut tut / gutgetan hat. Welche Sätze, welche Gesten waren wirklich hilfreich und unterstützend und was wünschen wir uns, welche Bedürfnisse haben wir, die wir vielleicht - so offen und ehrlich - noch nicht geäußert haben.

 

„Ja, warum habt ihr das nicht“, könnte der eine oder die andere jetzt sagen.

„Sagt’s doch einfach was ihr braucht.“

 

Doch so einfach, wie es sich anhört ist das nicht.

Viele können von Haus aus ihre Bedürfnisse und Wünsche nur schwer äußern, häufig bedingt durch Erfahrungen und Erziehung in der Kindheit. Als an Krebs Erkrankte hat man oft das Gefühl man belastet seine Umgebung ohnehin schon über Gebühr.

 

Wir möchten auch nicht als „krank und schwach“ wahrgenommen werden. Tatsächlich sind wir auch ganz schön stark! Viele haben schon ordentlich was hinter sich oder stecken gerade mitten drin. Trotzdem will man so gut wie möglich weiterarbeiten gehen, für seine Kinder da sein, den Partner nicht noch zusätzlich belasten. Deshalb ist es manchmal nicht so leicht „einfach zu sagen“ was man gerade braucht.

 

Deshalb schreibe ich diesen Blogartikel, um allem Ungesagten eine Stimme zu geben.

Dilemma

Brustkrebs, Empathie, Mammakarzinom, Brustkrebs Sunshine Bingo

 

Also, das scheint ein Dilemma zu sein. Was sollen Angehörige und Freunde denn tun, wenn sie nicht wissen was gebraucht wird?

 

Keine Angst, ihr werdet überrascht sein, denn es ist gar nicht so schwer, meist sogar ganz leicht.

 

 

Mir zum Beispiel hilft einfach die Haltung meines Mannes enorm. Er ist immer zuversichtlich und das ist nicht gespielt. Das sagt er mir immer wieder und das spüre ich ganz deutlich. Er hat einfach, ohne groß zu fragen, noch mehr von der täglichen Hausarbeit übernommen, obwohl er nach dem Lockdown (da war er eh zu Hause) oft spät heimkam. Und er strahlt diese unerschütterliche Zuversicht aus, er tröstet mich, wenn ich wieder ein Tief habe, nimmt mich in die Arme, wenn ich Angst habe und weine und bedauert mich, wenn ich gerade wieder mal im Selbstmitleid schwimme. Das hilft mir schnell wieder aus dem Loch zu kommen, fröhlicher zu sein und wieder in Kontakt mit meiner Stärke und eigenen Zuversicht zu kommen. Auch mein Bruder ist eine große Stütze für mich. Am Anfang war es total schwer, weil meine Diagnose genau in den Lockdown fiel und wir uns dann wochenlang nicht sehen konnten. Das war hart und wir haben uns sehr vermisst. Umso schöner war es, als wir uns endlich wieder treffen und sehen konnten. Und ja, irgendwann haben wir uns dann auch mal wieder umarmt und es hat verdammt gutgetan. Wir haben auch gemeinsam geweint und es war nicht nötig, dass er was dazu sagt.

 

Viele Frauen haben das ganz ähnlich erlebt. Ein von Herzen kommendes „Augen zu und durch. Wir schaffen das!“ gibt einem Kraft und Geborgenheit.

 

Auch die Haltung meiner Ärzte (und natürlich auch meine Prognose) helfen mir positiv zu bleiben. Mein Radiologe und mein Chirurg im Spital sind einfach der Hammer! Auch sie strahlen eine Ruhe und Zuversicht aus. Vor allem mein Radiologe hat mich immer wieder beruhigen können und mich als Katharina Wanha und nicht als Patientin xy wahrgenommen. Doch auch die Onkologen und alle anderen Mitarbeiter des Krankenhauses waren freundlich, verständnisvoll, haben geduldig meine zahllosen Fragen beantwortet und waren mitfühlend.

 

Ähnliches hat eine andere Betroffene erlebt: »Ein wichtiger Satz kam von meinem Radiologen als er mir die Diagnose mitteilte und sagte: "Du kannst nichts dafür! Es trifft dich einfach und wir helfen dir" Er fragte auch ob ich Vertrauen zu ihm und in dieses Krankenhaus habe, denn wenn dieses Gefühl nicht passt, dann hilft er mir sofort einen "passenden Arztkollegen" zu finden. Er ist ein sehr feinfühliger Mensch.«

Götter oder doch Engel in weiß?

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Brustkrebs Bullshit Bingo

Brustkrebs, bösartiger Tumor, gutartiger Tumor, Krebs, Brustkrebsrisiko

 

Hallo, ich freue mich über dein Interesse für dieses wichtige und nicht ganz leichte Thema! Angeregt durch ein Buch von Sabine Dinkel (Gute Tage trotz Krebs) habe ich in der Facebook Gruppe "Brustkrebs Österreich" nachgefragt, was die für sie unsensibelsten Sprüche waren, welche die betroffenen Frauen zu hören bekamen.

 

Der Artikel wird diesmal etwas länger, da auch die Stimmen von den Betroffenen miteinfließen. Also, mach dir vielleicht noch schnell einen Tee oder Kaffee, dann geht’s los.

Krebs macht Angst - uns allen

Viele Menschen sind überfordert, wenn man ihnen sagt, dass man Brustkrebs hat. Diese Überforderung kann verschiedene Ursachen haben. Zum einen wird diejenige/derjenige mit den eigenen Ängsten konfrontiert.

 

Krebs ist eine Erkrankung die Angst macht.

 

Zum anderen kann es Beklommenheit auslösen, weil man nicht so richtig weiß, was man im ersten Augenblick sagen soll. Vielleicht wird man überwältigt von Sorge um den anderen oder man fühlt sich ohnmächtig. Eventuell fühlt man sich auch unter Druck jetzt was „Positives“, was „Hilfreiches“ oder was „Aufbauendes“ sagen zu müssen. Einerseits, um die Erkrankte zu beruhigen, andererseits um sich selbst zu beruhigen. Um das „Angstmonster“ in der eigenen Brust nieder zu ringen, indem man sich (und dem anderen) einzureden versucht: »Ist ja nicht so schlimm!«

 

Und ganz ehrlich: vor Jahren hab ich auch mal was gesagt, mit dem ich voll ins Fettnäpfchen getreten bin. Nach der niederschmetternden Diagnose meines Vaters mit Metastasen in der Leber und der Wirbelsäule (inklusive pathologischer Wirbeleinbrüche mit höllischen Schmerzen) sagte ich zu ihm: »Du bist doch immer ein Kämpfer gewesen!« Ich hatte eine verdammte Angst um ihn, ich wollte mich nicht „verabschieden müssen“, wollte, dass er bei mir bleibt und es schafft...

Mein Vater hat sehr ungehalten darauf reagiert. Er habe sein Leben schon gelebt, schon genug getan, dann solle es eben jetzt so sein (er war damals im neunundachtzigsten Lebensjahr). Ich habe es nicht gleich verstanden aber akzeptiert. Er hat dann noch viele Monate „gekämpft“. Heute weiß ich genau, wie er sich gefühlt hat.

Diese eigene, unbewusste oder schnell unterdrückte Angst, wenn man mit jemandem, an Krebs erkrankt ist, konfrontiert ist, kann übermächtig werden. Oft kommen dann ungefilterte und unbedachte Worte. Anders möchte ich mir folgenden Satz, den eine Betroffene von einer Frau gehört hat, als sie im Sommer mit Glatze durch ihren Ort gegangen ist, nicht erklären: »Setz bitte deine Haare oder eine Mütze auf, ich will das nicht sehen und es muss keiner wissen, dass du Krebs hast.« Das ist sicher eine traurige Wahrheit. Wir alle wollen nicht mit schweren Themen, wie Krankheit, Verlust, Tod und Trauer konfrontiert werden. Sie werden tabuisiert und doch sind sie Teil unser aller Leben. Wir haben keine Kontrolle darüber und das macht uns Angst.

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Diagnose Brustkrebs und Partnerschaft

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» „So wie das aussieht und sich mit Kontrastmittel anreichert, ist es, meiner Erfahrung nach, was Bösartiges.“

 

Die Worte des Radiologen zu meinem MR-Befund klingeln in meinen Ohren. Ich habe Brustkrebs? Ich merke wie ich zu schwanken beginne, zum Glück sitze ich noch auf dem Untersuchungsbett. Dann stehe ich auf, irgendwie, ferngesteuert, bin wie in Trance. Ich spüre seine Hand auf meiner Schulter – es hat etwas Tröstliches aber auch etwas Endgültiges, Vernichtendes.

Im Wartezimmer sind andere Menschen. Im selben Raum - aber ich bin Lichtjahre von ihnen getrennt. Es kommt mir so vor, als wären die Welten verschoben. Ich sehe die anderen, aber sie können mich nicht sehen. Nicht wirklich. Nicht so wie ich jetzt bin, mit diesem „Makel“ mit dem Damoklesschwert über mir. Ich brauche meine ganze Kraft, um die Fassung zu bewahren. Bezahle und nehme meinen schriftlichen Befund entgegen. „Alles Gute!“ wünscht mir wer. Was ist jetzt noch gut? Im Auto breche ich dann zusammen…«

Berg- und Talfahrt

Mit so einer Diagnose steht für jeden Menschen die Welt von einer Sekunde zur nächsten auf dem Kopf. Der Boden wird dir unter den Füßen weggezogen und du stehst unter Schock. Was vorher noch so wichtig erschien ist jetzt keinen Gedanken mehr wert. Ein Spießrutenlauf beginnt.

 

Von einem geäußerten Verdacht bis zur gesicherten Diagnose „Mammakarzinom“ vergehen im besten Fall zwei bis drei Wochen. Wochen voller Angst und Unsicherheit vor allem was sein kann und sein wird. Das Gefühl der Ohnmacht und die Handlungsunfähigkeit lassen diese Tage wie Monate erscheinen. Die endgültige Diagnose bringt, auch wenn es die Schlimmste ist, die man sich vorgestellt hat, paradoxerweise Erleichterung. Jetzt gibt es einen Plan, jetzt ist endlich die Zeit des Handelns. 

Diagnose Brustkrebs, Bergundtalfahrt der Gefühle

 

Mit der Therapie beginnt eine schwere Zeit, die geprägt ist von körperlichen Beschwerden und Schmerzen, die mal mehr und mal weniger ausgeprägt sind, von einer Berg- und Talfahrt der Gefühle und einem ständigen Gedankenkarussell.

 

Dieses permanente körperliche, mentale und seelische Auf- und Ab setzt nicht nur der Betroffenen zu, es ist auch für den Partner und die Beziehung manchmal eine ziemliche Belastung. Brustkrebs (jeder Krebs) ist eine lebensbedrohliche Erkrankung und Phasen voller Wut und Aggression wechseln sich ab mit tiefer Verzweiflung, Angst um dein Leben und Selbstmitleid. Und all dies ist normal und darf sein.

 

In solchen Ausnahmesituationen schwerer Krankheit machst du auch die Stufen der Trauerphasen durch, wie eben Wut und Zorn, Nicht-wahr-haben wollen und Anklagen.

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Warum du gerne Fehler machen solltest.

„WAS? Warum zum Teufel sollte ich Fehler machen wollen!?“ denkst du vielleicht entrüstet.

Fehler will man doch vermeiden! Das bekommen wir auch jahrelang so eingetrichtert.

Fehler gehören ausgemerzt. Mit Rotstift und schlechter Be-Wertung wird ihnen zu Leibe gerückt.

Das nächste Mal müssen wir besser sein, es besser machen. Optimalerweise fehlerfrei. So etablieren sich unsere inneren Antreiber und unser innerer Kritiker. Die anfangs äußere Kritik wird mehr und mehr zur inneren Stimme, mit der wir uns selbst tadeln und angreifen: „Wie konnte ich nur so deppert sein!?“ „Ich bin einfach unfähig.“ „Ich bin so blöd!“ Und wir werden zornig auf uns selbst, werten uns ab und machen uns runter.

 

Dabei übersehen wir etwas ganz Essentielles.

Fehler als Chance nutzen

Vor allem durch Fehler lernen wir! Trial and Error. Versuch und Irrtum.

 

Jegliche Forschung basiert auf diesem Prinzip. Es werden Hypothesen aufgestellt, die sich als richtig oder falsch erweisen. Daraus ergeben sich die weiteren Schritte. Schon als Kinder erforschten wir auf diese Weise unsere gesamte Umwelt! Wir probierten etwas aus und das hat sich entweder als wirkungsvoll erwiesen, oder eben nicht. So lernen wir und entwickeln uns. Warum sollte das jemals aufhören!? Dieses Prinzip funktioniert immer, unser ganzes Leben lang. Es ist nicht nur für uns hilfreich, sondern eine Strategie, mit der sich alle Lebewesen auf der Erde ständig weiterentwickeln.

 

Denn aus dem FEHLER werden HELFER!

 

Wir leben in einem System, das sich auf das Negative, auf das Problem fokussiert. Zeitgleich sucht es auch mit Vorliebe nach einem möglichen „Schuldigen“. Deshalb möchte ich dich einladen, jetzt - Hier und Heute – eine andere Brille aufzusetzen. Den Blick auf das zu lenken, was hilfreich ist. Nämlich auf die Erkenntnis, die einem „bösen“ Fehler immer entspringt und auf die mögliche(n) Lösung(en), die damit einhergehen. Statt zu versuchen mit dem Kopf durch die Wand zu brechen, an die du angelaufen bist, schau dich um:

 

>Das hat nicht funktioniert. Welche Optionen habe ich noch? Was Hilfreiches kann ich hier gerade lernen?!<

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Krise in der Krise

Die Corona Quarantäne als Zerreißprobe für Paare in der Beziehungskrise

Die aktuelle Zeit der sozialen Isolierung kann für eure Beziehung eine absolute Herausforderung und Zerreißprobe sein – mit Kindern, aber natürlich auch ohne.

 

Für Paare, die schon vor dem Start dieser Zeit in einer Beziehungskrise gesteckt haben oder bei denen diese schon länger - mehr oder weniger unterschwellig schwelt - sind diese Wochen gerade noch (über)fordernder.

 

Beziehungen und Partnerschaften sind so vielfältig und individuell, wie die einzelnen Menschen, die daran beteiligt sind. Deshalb gibt es auch kein Patentrezept oder die „ultimativen 5 Tipps für gutes Gelingen“. Bei manchen ist der Konflikt noch unbewußt oder unausgesprochen vorhanden, andere haben schon darüber geredet und höchstwahrscheinlich gestritten. Manche haben vielleicht bereits verschiedene Anläufe unternommen, andere eventuell schon resigniert. Einige haben möglicherweise über Trennung gesprochen und manche sind sich sicher, dass sie diese wollen, anderen wiederum macht dieses Thema Angst und verunsichert sie.

 

In welcher Phase jeder Einzelne auch immer steckt, diese Zeit der sozialen Isolierung oder Quarantäne fordert Paare in einer Beziehungskrise jetzt ganz besonders!

 

Was könnte euch aktuell helfen?

 

 

Beziehungsstatus: Wohnungsgemeinschaft

Wenn ihr euch momentan einig seid, dass ihr euch auf jeden Fall trennen wollt, doch umständehalber gezwungen seid für diese Zeit zusammen an einem Wohnort zu bleiben, kann eine klare Absprache hilfreich sein. Teilt euch die Wohnung und Haushalt(!) wie WG-Mitglieder auf: Jede/r ist für den eigenen Kram zuständig. Trefft Vereinbarungen für alle gemeinsam notwendigen Tätigkeiten und Aufgaben. Ganz klar, das ist eine Herausforderung, aber eine die ihr meistern könnt wenn ihr es schafft, den privaten Bereich und (begrenzten Freiraum) des jeweils anderen zu respektieren. Die Disziplin aufzubringen, sich an die Vereinbarungen zu halten und wirklich seinen Teil der anstehenden Aufgaben zu erfüllen.

So kommt ihr gut über diese Zeit und vielleicht erwächst dadurch auch eine neue Sichtweise. Wer weiß, eventuell wollt ihr nach der isolierten Zeit der Corona-Krise das Thema Trennung noch einmal aufrollen und neu beleuchten und bewerten.

 

 

Briefe schreiben – gegen den Frust.

Wenn ihr in der „Zank und Streit“ Phase seid, jedes ausgesprochene Wort mit Zielsicherheit in den falschen Hals bekommt und das gleich im nächsten Zoff endet, versucht die „Brieftechnik“.

Macht euch schriftlich „Luft“, kotzt euch richtig aus. Schreibt den Ärger, die Verletzungen, den Frust von eurer Seele. Schreibt solange bis wirklich nichts mehr kommt und versucht dabei mehr zu euch selbst zu kommen. Weg von möglichen Anschuldigungen hin zu euren ganz eigenen Gefühlen und Bedürfnissen. Was fehlt, woran mangelt es euch? Wenn alles „gesagt“ ist lasst euch Zeit ruhig zu werden. Lasst all die Gefühle und Gedanken, die bei dem Prozeß hoch gekommen sind in das Papier einfließen. Wenn ihr diese Technik intensivieren mögt, legt die Hand darauf, legt den Brief an eure Brust oder an euren Solar Plexus – wo auch immer ihr in diesem Moment die meiste Energie gebunden fühlt und lasst die damit verbundene Energie fließen. Ihr merkt selbst, wenn es gut ist. Diese Geste hat ganz viel Kraft und ihr werdet merken, wie ihr ruhiger werdet.

Anschließend verbrennt den Brief. Das ist ganz wichtig. Wer mag kann auch hier noch mal das Loslassen intensivieren und gedanklich noch mal ganz bewußt die Wut, den Zorn, die Verletzung mit diesem Brief dem Feuer übergeben und all diese Gefühle im Rauch transformieren lassen. Hierbei geht es nur um euch! Ihr sollt euch besser fühlen, denn negative Gefühle zu haben tut uns selbst am wenigsten gut. Ihr könnt dies körperlich wahrnehmen durch ein Gefühl von Enge, Starrheit, Zittrigkeit, Verspannungen oder wie einen Knoten.

 

 

Der Geist will bewegt werden.

Körperliche Bewegung baut Stress ab. Auch dabei könnt ihr euren Ärger und Frust gezielt rauslassen. Laufen gehen, Zumba vorm Fernseher, Holz hacken, Rasen mähen oder ein anstrengendes Workout. Auspowern ist angesagt! Wenn ihr richtig schön verschwitzt seid, wascht ihr am besten alle belastenden Gefühle unter eine wohltuenden und ausgiebigen Dusche ab. Hier könnt ihr mental auch wieder bewußt intensivieren, indem ihr euch vorstellt, wie das klare Wasser alles von euch runterwäscht, dass euch gerade belastet.

Zusätzlich können euch tägliche Spaziergänge - die ihr am besten abwechselnd macht – die Gelegenheit geben, Abstand zueinander zu bekommen und eine Zeit lang allein zu sein.

Nutzt diese Zeit wirklich, um euch ganz bewußt auf euch selbst zu besinnen und diese Zeit alleine mit euch selbst zu genießen – sowohl der Spaziergänger, wie auch der, der Daheim bleibt.

 

 

Schrei-Therapie: was raus muss, muss raus!

Wenn ihr die Möglichkeit habt irgendwo allein zu sein, kann es helfen einfach laut loszuschreien.

Vielleicht in einem Wald oder Stück Natur, in einen Polster rein oder unter der Dusche. Die hat den Vorteil hier wieder gleichzeitig mittels mentalem Bild alles vom Wasser fortspülen zu lassen.

Jeder braucht seinen Tanzbereich.

Auch wenn es momentan schwerfällt: Respektiert den privaten Raum des anderen. Jeder von euch hat andere Bedürfnisse. Leben und leben lassen ist das Gebot der Stunde.

Heutzutage braucht auch niemand mehr um die Fernbedienung für den Fernseher zu streiten.

Die meisten von euch haben sicherlich auch einen Laptop oder Computer zuhause und genau jetzt wäre der ideale Zeitpunkt Streaming Dienste in Anspruch zu nehmen. So kann jeder von euch für die jeweils stimmige Ablenkung sorgen.

 

 

Vereinbarungen treffen.

Macht euch einen Termin zu einem Gespräch aus, bei dem ihr Vereinbarungen über den respektvollen und höflichen Umgang miteinander trefft. Jeder äußert seine Bedürfnisse und was er/sie sich wünscht. Manche Wünsche werden ganz ähnlich sein und andere komplett verschieden. Stellt Regeln auf, mit denen ihr beide gleichermaßen einverstanden seid und haltet sie schriftlich fest, gut sichtbar aufgehängt in eurem Zuhause. Wenn es zu einem Punkt gar keine Einigung gibt, versucht einen Kompromiss zu finden.

Bedenkt, dass alles was ihr euch jetzt ausmacht für diese spezielle Situation und für diese wenigen Wochen auf engstem Raum gilt. Danach könnt ihr, wenn ihr wollt, eine Neubewertung und neue Vereinbarungen vornehmen. Eure Regeln dienen einfach dazu, das JETZT für euch zu vereinfachen. Dazu kann es nötig sein einen kleinen Schritt auf den anderen zu zumachen, zu dem ihr sonst eventuell (noch) nicht bereit wärt.

 

 

Die 3 Siebe des Sokrates

Es gibt eine Anekdote, nach der Sokrates empfiehlt 3 Siebe anzuwenden, bevor man spricht oder etwas weitererzählt: „Bin ich sicher, dass das, was ich sagen werde, wahr ist?“ „Ist das was ich sagen werde, etwas Gutes?“ „Ist es wirklich notwendig, dass ich meine Informationen teile?“

Frei nach diesen 3 Sieben können wir uns in der Kommunikation mit dem Partner fragen: „Stimmt das was ich ihm gerade sagen will?“ „Hilft es dem anderen, ist es was Gutes für ihn?“ „Ist es wirklich nötig, das jetzt zu sagen?“

 

Schauen wir uns die Punkte näher an.

 

  • Stimmt es, ist es wahr? Ja, klar stimmt es, werden die meisten von euch wie aus der Pistole geschossen antworten.

Er räumt nie den Geschirrspüler aus. Immer lässt sie überall das Licht brennen. Euch fallen sicher eigene Beispiele ein, aber ist das wirklich so? Immer und nie? Darauf kommen wir gleich zu sprechen. Wir sollten in jedem Fall immer bedenken, dass es verschiedene Sichtweisen ein und derselben Sache gibt. Jeder hat einen eigenen Blickwinkel der „Wahrheit“ und interpretiert nach seinen eigenen Erfahrungen.

  • Hilft es dem anderen? Oder eher mir? Na, klar hilft es ihm, wenn ich ihm sage er soll den Geschirrspüler ausräumen, sonst merkt er es sich ja nie… (hüstel, ihr merkt worauf ich hinaus will?)
  • Ist es nötig? Ihr beide seid jetzt in einer sehr angespannten Situation, vielleicht liegen auf beiden Seiten die Nerven auch schon fast blank. Was auch immer euch an diesen kritischen Punkt gebracht hat, vielleicht gelingt es, euch daran zu erinnern von wo aus ihr gestartet seid. Was ihr euch einmal bedeutet habt und wie schön es mal war ... eventuell hilft die Erinnerung, es für den Augenblick gut sein zu lassen. So kann das Problem möglichweise für den Moment und zur späteren Bearbeitung in einem virtuellen Problemregal geparkt werden.

 

Killerwörter weglassen.

Aus dem vorherigen Punkt können wir gleich noch eine wichtige Strategie ableiten. Es hilft in der Kommunikation die sogenannten Killerwörter zu streichen. Worte wie Nie, Immer, Dauernd, Ständig…. stimmen erstens nicht und drängen den anderen mit den Rücken an die Wand und wollen ihn dort auch noch festnageln. Kein sehr schönes Bild, oder? Der andere reagiert darauf mit Abwehr und Gegenangriff oder totalem Rückzug. Beides verstärkt die angespannte Lage und trägt zur Abwärtsspirale bei. Also einigt euch gemeinsam darauf, gerade jetzt ganz bewußt auf diese Wörter zu verzichten und euch selbst auszubessern, wenn sie wieder reflexartig herausrutschen.

 

 

Ihr könnt euch täglich neu entscheiden, wie ihr mit eurem Gegenüber umgeht. Am Besten macht ihr eure Entscheidung davon abhängig, wie ihr selbst gerne behandelt werden möchtet.

 

Ich hoffe ihr könnt mit dem einen oder anderen Punkt etwas anfangen und sie helfen euch, etwas Spannung und Druck aus eurer aktuellen Situation zu nehmen.

 

Ich wünsche euch dabei jedenfalls von Herzen gutes Gelingen und bleibt gesund!

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