Inhalte meines Notizblockes:              Gedanken und Inspirationen zu verschiedenen Themen, die mich bewegen.

Viel Spaß und bunte Anregungen beim Stöbern!

Krise in der Krise

Die Corona Quarantäne als Zerreißprobe für Paare in der Beziehungskrise

Die aktuelle Zeit der sozialen Isolierung kann für eure Beziehung eine absolute Herausforderung und Zerreißprobe sein – mit Kindern, aber natürlich auch ohne.

 

Für Paare, die schon vor dem Start dieser Zeit in einer Beziehungskrise gesteckt haben oder bei denen diese schon länger - mehr oder weniger unterschwellig schwelt - sind diese Wochen gerade noch (über)fordernder.

 

Beziehungen und Partnerschaften sind so vielfältig und individuell, wie die einzelnen Menschen, die daran beteiligt sind. Deshalb gibt es auch kein Patentrezept oder die „ultimativen 5 Tipps für gutes Gelingen“. Bei manchen ist der Konflikt noch unbewußt oder unausgesprochen vorhanden, andere haben schon darüber geredet und höchstwahrscheinlich gestritten. Manche haben vielleicht bereits verschiedene Anläufe unternommen, andere eventuell schon resigniert. Einige haben möglicherweise über Trennung gesprochen und manche sind sich sicher, dass sie diese wollen, anderen wiederum macht dieses Thema Angst und verunsichert sie.

 

In welcher Phase jeder Einzelne auch immer steckt, diese Zeit der sozialen Isolierung oder Quarantäne fordert Paare in einer Beziehungskrise jetzt ganz besonders!

 

Was könnte euch aktuell helfen?

 

 

Beziehungsstatus: Wohnungsgemeinschaft

Wenn ihr euch momentan einig seid, dass ihr euch auf jeden Fall trennen wollt, doch umständehalber gezwungen seid für diese Zeit zusammen an einem Wohnort zu bleiben, kann eine klare Absprache hilfreich sein. Teilt euch die Wohnung und Haushalt(!) wie WG-Mitglieder auf: Jede/r ist für den eigenen Kram zuständig. Trefft Vereinbarungen für alle gemeinsam notwendigen Tätigkeiten und Aufgaben. Ganz klar, das ist eine Herausforderung, aber eine die ihr meistern könnt wenn ihr es schafft, den privaten Bereich und (begrenzten Freiraum) des jeweils anderen zu respektieren. Die Disziplin aufzubringen, sich an die Vereinbarungen zu halten und wirklich seinen Teil der anstehenden Aufgaben zu erfüllen.

So kommt ihr gut über diese Zeit und vielleicht erwächst dadurch auch eine neue Sichtweise. Wer weiß, eventuell wollt ihr nach der isolierten Zeit der Corona-Krise das Thema Trennung noch einmal aufrollen und neu beleuchten und bewerten.

 

 

Briefe schreiben – gegen den Frust.

Wenn ihr in der „Zank und Streit“ Phase seid, jedes ausgesprochene Wort mit Zielsicherheit in den falschen Hals bekommt und das gleich im nächsten Zoff endet, versucht die „Brieftechnik“.

Macht euch schriftlich „Luft“, kotzt euch richtig aus. Schreibt den Ärger, die Verletzungen, den Frust von eurer Seele. Schreibt solange bis wirklich nichts mehr kommt und versucht dabei mehr zu euch selbst zu kommen. Weg von möglichen Anschuldigungen hin zu euren ganz eigenen Gefühlen und Bedürfnissen. Was fehlt, woran mangelt es euch? Wenn alles „gesagt“ ist lasst euch Zeit ruhig zu werden. Lasst all die Gefühle und Gedanken, die bei dem Prozeß hoch gekommen sind in das Papier einfließen. Wenn ihr diese Technik intensivieren mögt, legt die Hand darauf, legt den Brief an eure Brust oder an euren Solar Plexus – wo auch immer ihr in diesem Moment die meiste Energie gebunden fühlt und lasst die damit verbundene Energie fließen. Ihr merkt selbst, wenn es gut ist. Diese Geste hat ganz viel Kraft und ihr werdet merken, wie ihr ruhiger werdet.

Anschließend verbrennt den Brief. Das ist ganz wichtig. Wer mag kann auch hier noch mal das Loslassen intensivieren und gedanklich noch mal ganz bewußt die Wut, den Zorn, die Verletzung mit diesem Brief dem Feuer übergeben und all diese Gefühle im Rauch transformieren lassen. Hierbei geht es nur um euch! Ihr sollt euch besser fühlen, denn negative Gefühle zu haben tut uns selbst am wenigsten gut. Ihr könnt dies körperlich wahrnehmen durch ein Gefühl von Enge, Starrheit, Zittrigkeit, Verspannungen oder wie einen Knoten.

 

 

Der Geist will bewegt werden.

Körperliche Bewegung baut Stress ab. Auch dabei könnt ihr euren Ärger und Frust gezielt rauslassen. Laufen gehen, Zumba vorm Fernseher, Holz hacken, Rasen mähen oder ein anstrengendes Workout. Auspowern ist angesagt! Wenn ihr richtig schön verschwitzt seid, wascht ihr am besten alle belastenden Gefühle unter eine wohltuenden und ausgiebigen Dusche ab. Hier könnt ihr mental auch wieder bewußt intensivieren, indem ihr euch vorstellt, wie das klare Wasser alles von euch runterwäscht, dass euch gerade belastet.

Zusätzlich können euch tägliche Spaziergänge - die ihr am besten abwechselnd macht – die Gelegenheit geben, Abstand zueinander zu bekommen und eine Zeit lang allein zu sein.

Nutzt diese Zeit wirklich, um euch ganz bewußt auf euch selbst zu besinnen und diese Zeit alleine mit euch selbst zu genießen – sowohl der Spaziergänger, wie auch der, der Daheim bleibt.

 

 

Schrei-Therapie: was raus muss, muss raus!

Wenn ihr die Möglichkeit habt irgendwo allein zu sein, kann es helfen einfach laut loszuschreien.

Vielleicht in einem Wald oder Stück Natur, in einen Polster rein oder unter der Dusche. Die hat den Vorteil hier wieder gleichzeitig mittels mentalem Bild alles vom Wasser fortspülen zu lassen.

Jeder braucht seinen Tanzbereich.

Auch wenn es momentan schwerfällt: Respektiert den privaten Raum des anderen. Jeder von euch hat andere Bedürfnisse. Leben und leben lassen ist das Gebot der Stunde.

Heutzutage braucht auch niemand mehr um die Fernbedienung für den Fernseher zu streiten.

Die meisten von euch haben sicherlich auch einen Laptop oder Computer zuhause und genau jetzt wäre der ideale Zeitpunkt Streaming Dienste in Anspruch zu nehmen. So kann jeder von euch für die jeweils stimmige Ablenkung sorgen.

 

 

Vereinbarungen treffen.

Macht euch einen Termin zu einem Gespräch aus, bei dem ihr Vereinbarungen über den respektvollen und höflichen Umgang miteinander trefft. Jeder äußert seine Bedürfnisse und was er/sie sich wünscht. Manche Wünsche werden ganz ähnlich sein und andere komplett verschieden. Stellt Regeln auf, mit denen ihr beide gleichermaßen einverstanden seid und haltet sie schriftlich fest, gut sichtbar aufgehängt in eurem Zuhause. Wenn es zu einem Punkt gar keine Einigung gibt, versucht einen Kompromiss zu finden.

Bedenkt, dass alles was ihr euch jetzt ausmacht für diese spezielle Situation und für diese wenigen Wochen auf engstem Raum gilt. Danach könnt ihr, wenn ihr wollt, eine Neubewertung und neue Vereinbarungen vornehmen. Eure Regeln dienen einfach dazu, das JETZT für euch zu vereinfachen. Dazu kann es nötig sein einen kleinen Schritt auf den anderen zu zumachen, zu dem ihr sonst eventuell (noch) nicht bereit wärt.

 

 

Die 3 Siebe des Sokrates

Es gibt eine Anekdote, nach der Sokrates empfiehlt 3 Siebe anzuwenden, bevor man spricht oder etwas weitererzählt: „Bin ich sicher, dass das, was ich sagen werde, wahr ist?“ „Ist das was ich sagen werde, etwas Gutes?“ „Ist es wirklich notwendig, dass ich meine Informationen teile?“

Frei nach diesen 3 Sieben können wir uns in der Kommunikation mit dem Partner fragen: „Stimmt das was ich ihm gerade sagen will?“ „Hilft es dem anderen, ist es was Gutes für ihn?“ „Ist es wirklich nötig, das jetzt zu sagen?“

 

Schauen wir uns die Punkte näher an.

 

  • Stimmt es, ist es wahr? Ja, klar stimmt es, werden die meisten von euch wie aus der Pistole geschossen antworten.

Er räumt nie den Geschirrspüler aus. Immer lässt sie überall das Licht brennen. Euch fallen sicher eigene Beispiele ein, aber ist das wirklich so? Immer und nie? Darauf kommen wir gleich zu sprechen. Wir sollten in jedem Fall immer bedenken, dass es verschiedene Sichtweisen ein und derselben Sache gibt. Jeder hat einen eigenen Blickwinkel der „Wahrheit“ und interpretiert nach seinen eigenen Erfahrungen.

  • Hilft es dem anderen? Oder eher mir? Na, klar hilft es ihm, wenn ich ihm sage er soll den Geschirrspüler ausräumen, sonst merkt er es sich ja nie… (hüstel, ihr merkt worauf ich hinaus will?)
  • Ist es nötig? Ihr beide seid jetzt in einer sehr angespannten Situation, vielleicht liegen auf beiden Seiten die Nerven auch schon fast blank. Was auch immer euch an diesen kritischen Punkt gebracht hat, vielleicht gelingt es, euch daran zu erinnern von wo aus ihr gestartet seid. Was ihr euch einmal bedeutet habt und wie schön es mal war ... eventuell hilft die Erinnerung, es für den Augenblick gut sein zu lassen. So kann das Problem möglichweise für den Moment und zur späteren Bearbeitung in einem virtuellen Problemregal geparkt werden.

 

Killerwörter weglassen.

Aus dem vorherigen Punkt können wir gleich noch eine wichtige Strategie ableiten. Es hilft in der Kommunikation die sogenannten Killerwörter zu streichen. Worte wie Nie, Immer, Dauernd, Ständig…. stimmen erstens nicht und drängen den anderen mit den Rücken an die Wand und wollen ihn dort auch noch festnageln. Kein sehr schönes Bild, oder? Der andere reagiert darauf mit Abwehr und Gegenangriff oder totalem Rückzug. Beides verstärkt die angespannte Lage und trägt zur Abwärtsspirale bei. Also einigt euch gemeinsam darauf, gerade jetzt ganz bewußt auf diese Wörter zu verzichten und euch selbst auszubessern, wenn sie wieder reflexartig herausrutschen.

 

 

Ihr könnt euch täglich neu entscheiden, wie ihr mit eurem Gegenüber umgeht. Am Besten macht ihr eure Entscheidung davon abhängig, wie ihr selbst gerne behandelt werden möchtet.

 

Ich hoffe ihr könnt mit dem einen oder anderen Punkt etwas anfangen und sie helfen euch, etwas Spannung und Druck aus eurer aktuellen Situation zu nehmen.

 

Ich wünsche euch dabei jedenfalls von Herzen gutes Gelingen und bleibt gesund!

Die 4-Wände-Beziehungs-Challenge und wie ihr sie meistert!!

Die momentane Situation bedingt, dass wir zu Hause bleiben und soziale Kontakte vermeiden. Diese besondere Zeit kann für Paare herausfordernd werden – und das fix auch ohne Kinder.

 

In der Isolation unserer 4 Wände sind wir auf uns selbst zurückgeworfen und eben auch auf unseren Partner/unsere Partnerin. Das Phänomen des „Hüttenkollers“ ist ja vielen bereits ein Begriff, allerdings eher im Urlaub. In einer Partnerschaft „picken“ wir zur Zeit aber auch regelrecht aufeinander. Beim Hüttenkoller im Urlaub ist das zwar auch so, das ist aber auch schon die einzige Gemeinsamkeit von Urlaub und dem jetzigen Ausnahmeszustand.

 

 

Wir können nicht raus gehen, nicht wirklich was unternehmen und es ist alles andere als entspannt. Die meisten machen Heimarbeit und sollten konzentriert ihrer Arbeit nachgehen – erschwert wird dies, wenn zusätzlich kleinere Kinder im Haus sind und auch noch eine Menge an Schulübungen erledigt werden müssen.

 

 Wie kann man dem Ganzen jetzt aber einen positiven Aspekt abgewinnen?

 

Der Paarberater spricht ja gerne von der so wichtigen „Paarzeit“. Zeit, die man ganz dem Partner/der Partnerin widmet, in der wieder liebevolle oder zumindest freundliche Begegnung stattfinden soll.

 

Auf der einen Seite haben wir ja genügend Gelegenheit dazu, auf der anderen Seite verbringen wir vielleicht so viel Zeit miteinander, dass wir uns immer mehr „am Keks“ gehen.

 

Damit nun aus dieser eher unfreiwillig intensiven Paarzeit keine dauerhafte Eiszeit wird, habe ich hier ein paar Ideen für euch:

 

  • Strukturiert euren gemeinsamen Tag:

 

Gliedert den Tag in einen Ablauf aus Arbeitszeit, Freizeit und Paarzeit.

 

 

  • Schafft räumliche Distanz:

 

Wenn die Möglichkeit besteht, dass jeder von euch in einem anderen Raum arbeiten oder seinen persönlichen Interessen nachgehen kann, nutzt das von Anfang an. So bekommt jeder etwas Freiraum, noch ehe das Bedürfnis danach größer wird oder ihr euch gar genervt vom anderen fühlt.

 

 

  • Schafft mentale Distanz:

 

Abstand könnt ihr auch zueinander halten, wenn ihr im selben Raum seid. Macht euch das aber vorher aus. Eine Idee könnte sein, den anderen mal zwei Stunden lang nicht anzusprechen oder anderwertig zu kontaktieren. Wenn einer von euch lesen und der andere fernsehen oder Musik hören will, könnt ihr auch Kopfhörer benutzen um euch gegenseitig nicht zu stören.

 

 

  • Plant gemeinsame Aktivitäten ein:

 

Besprecht und verabredet Dinge, die ihr gemeinsam tun wollt. Ob ihr gemeinsam kocht, ein Brettspiel macht oder euch gegenseitig eure Lieblingsmusik vorspielt. Wichtig ist, den anderen damit nicht zu überfallen oder nicht persönlich beleidigt zu sein, wenn der andere nicht mitmachen will. Trefft einfach gemeinsame Entscheidungen, die beide für gut befinden.

 

 

  • Macht ein kleines Wunschkonzert:

 

Spielerisch gelingt der Alltag gleich noch besser. Vielleicht habt ihr Lust, auf ein kleines Partnerspiel. Jeder schreibt 5 kleine und sofort erfüllbare Wünsche auf je einen Zettel. Bitte achtet darauf, dass es Dinge sind, die den anderen nicht überfordern und leicht  erfüllbar sind in der aktuellen Situation. Alle 2 Tage zieht ihr dann abwechselnd einen Zettel vom Partner und erfüllt aus ganzem Herzen(!) diesen Wunsch.

 

 

  • Macht Bewegung:

 

Klingt vielleicht komisch in diesem Zusammenhang aber Bewegung ist wichtig. Sie baut Spannungen und Stress ab. Es geht dabei nicht um Sport und ihr müßt dafür auch nicht außer Puste oder ins Schwitzen kommen. Ein Spaziergang, allein oder zu zweit, um den Block, sanfte Yoga-Übungen (momentan im Netz überall angeboten…) oder sich einfach ganz sanft durchschütteln reichen ebenfalls aus. Vor allem das Abschütteln machen Tiere unmittelbar nach einer stressigen Situation – und das hat seinen Sinn! Es ist ganz einfach. Stellt euch  hüftbreit hin, lasst die Arme locker hängen und eure Schultern locker nach unten fallen. Dann lasst das Schütteln nur aus den Sprunggelenken ganz sanft entstehen. Auch wenn es sich anfangs holprig anfühlt, werdet ihr mit der Zeit immer flockiger und lockerer.

 

 

  • Baut euch ein virtuelles Problem-Regal:

 

Wenn es zu Spannungen kommt, vielleicht alte Themen hochkochen und ihr momentan keine Möglichkeit habt diese konstruktiv zu bearbeiten, beschließt gemeinsam diese Themen zur Seite zu stellen. Damit sind sie nicht weggeschoben oder unter den Teppich gekehrt, sondern ihr stellt es einfach ins Regal - zur späteren Bearbeitung.

 

Vielleicht fallen euch selbst dazu ebenfalls ein paar zusätzliche Inspirationen für ein liebendes Miteinander ein. Lasst eurer Phantasie einfach freien Lauf. Wichtig ist vor allem eine gute und ehrliche Kommunikation.

Fragen hilft. Reden hilft. Schreien und runter schlucken hilft nicht.

Wenn euch eine Aussage des anderen ärgert, fragt nach, ob das Gesagte richtig verstanden wurde. Denn ganz oft ist es einfach nur ein Mißverständnis.

 

Am allermeisten hilft es zuzuhören. Aktiv zuhören. So zuhören, dass ihr wirklich wertfrei verstehen wollt, was genau der andere gerade ausdrücken möchte.

 

Eure Gedanken und Aufmerksamkeit sind dabei zu 100% bei eurem Gegenüber, während dieser spricht. Bleibt dabei wirklich im Moment und hört achtsam zu – nicht in Gedanken schon an einer gepfefferten Antwort feilen :-). Wiederholt nach einigen Sätzen, was ihr verstanden habt – das signalisiert dem anderen eure Aufmerksamkeit.

Fragt auch gerne nach: „Hab ich das richtig verstanden?“ „Fehlt etwas Wichtiges?“

 

 

Empathie, Wertschätzung und Akzeptanz füreinander sind jetzt wirklich essentiell.

Jeder von euch hat ganz bestimmt unterschiedliche Bedürfnisse in so einer intensiven Zeit zu zweit. Einer braucht jetzt noch mehr Nähe, um sich sicher und geborgen zu fühlen, der andere will sich mehr zurückziehen und braucht Distanz, um besser bei sich bleiben zu können und sich aufgehoben zu fühlen.

 

Redet am besten darüber, was ihr braucht. Vielleicht wird euch das auch jetzt erst so richtig bewußt! Das ist die große Chance, die jeder von uns aus dieser Situation nutzen kann. Wir lernen uns und den anderen noch besser kennen und finden neue Wege miteinander zu kommunizieren.

 

 

 

Ich hoffe, es ist etwas hilfreiches für euch dabei. Wenn ihr Fragen habt oder Anregungen, schreibt sie bitte in die Kommentare.

 

In den nächsten Tagen gebe ich ein paar Inspirationen und Anregungen für Paare, die bereits in einer Beziehungskrise stecken.

 

 

 

Haltet die Ohren steif und bleibt gesund!

 

 

 

Herzliche Grüße

 

Katharina Wanha

 

von Praxis KaWa

 

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Herbst – Midlife Crisis der Natur?

Oder: Der Herbst des Lebens

Midlife Krise, Herbst des Lebens, verdorrte Pflanze

 Herbstbeginn! Die Blätter werden welk und runzelig. Pflanzen werden dürr.

Die Natur scheint diesen Umstand mit einer Explosion von Farben wett machen zu wollen. Ein Aufbäumen, sich wehren gegen den sichtbaren Verfall. Verschwenderisch bunt, ja fast schon prahlerisch scheint es, sich gegenseitig übertrumpfen wollend. Als hätte die Natur bislang was verpasst und will es jetzt mit einem Feuerwerk nachholen.

Ja, ist denn die Natur in der Midlife Crisis!?

 

Natürlich ist es nur eine Metapher, aber der Vergleich bietet sich an. Auch der Zeitpunkt passt ganz gut – die Jahres (Lebens-)mitte ist schon überschritten. Es wurde viel gelebt und erlebt. Dürren, Verluste, Katastrophen, aber auch neues Leben, Wachstum und Ernte waren dabei.

Wenn es in den Herbst unseres Lebens geht, blicken wir oft zurück und manchmal ist auch Wehmut dabei. Das Gefühl etwas verpasst, etwas nicht erlebt, nicht getan zu haben. Versäumt, aus und vorbei, das war‘s.

Die Bäume, ohne Blätter, lassen mehr Licht und Wärme auf den Boden fallen. Da die Sonne nicht mehr so viel Kraft hat wie im Sommer, macht das einfach Sinn und ist gut so.

 

So können wir uns die Fragen stellen:

  • Was hat sich in meinem Leben gewandelt?!
  • Was für einen Sinn macht es Jetzt?!
  • Was ist anders als früher und gut wie es Jetzt ist?!

 

Und, wir sollten daran denken: Der Herbst ist auch die Zeit der Ernte, die Früchte des Lebens einzusammeln!

Es ist Zeit zu sehen, was alles gewachsen ist – in uns und um uns. Es ist Zeit zu erkennen was reif geworden ist und was noch reifen darf.  

 

Es ist auch Zeit zu anzuerkennen, was wir verpasst haben, was wir nicht mehr pflanzen oder ernten können.


Dann wollen wir das nicht hinnehmen. Bäumen uns auf. Wollen nachholen, machen verrückte Sachen, ja, lassen es noch mal so richtig krachen…

Und manchmal treiben wir es zu bunt und jemand wird dabei verletzt. Doch das haben wir nie gewollt. Wir wollten doch nur das Gefühl von Freiheit genießen, uns treiben lassen, wie die bunten Blätter im Herbstwind.

 

Das ist ein wunderbares Gefühl!

 

Doch manchmal verbläst uns der Wind an einen Ort, wo wir die Liebe aus den Augen verlieren. Und aus dem Wind wird ein Sturm, der uns ins Gesicht peitscht. Dann kann es passieren, dass wir uns und/oder anderen weh tun. Manchmal werden wir sogar entwurzelt, von dem Sturm.

 

Dann scheint es kein Zurück mehr zu geben und dichte Nebelfelder hüllen uns ein. Wir vergessen, dass es hinter diesen grauen Wolken eine helle, warme Sonne gibt!

 

Finden wir zurück durch den Nebel, erwartet uns die klare Herbstsonne. In ihrem freundlichen Licht, können wir vielleicht erkennen, dass die Welt nicht untergeht, nichts ist „vorbei“.

Die Welt – unsere Welt hat sich nur verwandelt.

Ja, diese Erkenntnisse sind vielleicht ein bisschen schmerzvoll und das ist O.K.! Wir haben in unserem Leben zig Entscheidungen getroffen, sind Wege gegangen – und andere nicht. Es hat keinen Sinn sich im Bedauern über verpasste Chancen zu verlieren. Machen wir uns bewusst welche Chancen wir genutzt haben! Erinnern wir uns an das, was wir erlebt haben – auch an das was wir überlebt haben!

Seien wir stolz auf uns und genießen jetzt die Früchte unseres Schaffens. Freuen wir uns über die Vielfalt und Buntheit – in uns und um uns.

 

Wir können und fragen:

  • Was ist in mir gewachsen?!
  • Was oder wen habe ich zu Wachstum verholfen?!
  • Welche „Früchte“ habe ist schon geerntet bzw. kann ich noch ernten?!

Vielleicht gelingt es uns, die Midlife Krise zu unserer Midlife Brise zu machen. Vom lauen Lüftchen bis zum Sturm der Liebe ist für alle was dabei.

Damit wir, statt uns treiben zu lassen, hart am Wind segeln, voll Lust am Leben, statt mit Lebensfrust. Damit wir unsere Farbenpracht erkennen, und ernten was wir haben.


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Von Prinzessinnen in goldener Rüstung und ungeküssten Fröschen.

Selbstliebe Selbstwert Frau Transfrau

Auf uns! Wundervolle Trans-Frauen, Mädchen die wundervolle Frauen werden und Innere Frauen in euch Männern!

 

Heute wird viel geredet über Gleichbehandlung, Gendering, Frauenquote und Frauenrechte.

 

Doch worauf es, für mich, vor allem ankommt ist, wie jede einzelne Frau sich fühlt.

Wie Aschenputtel oder wie eine Prinzessin und schließlich selbstbewußte Königin?


 Fragen, die Sie sich vielleicht oft stellen.

  • Fühle ich mich als Frau?
  • Fühle ich mich wohl in meinem Körper?
  • Bin ich stolz, eine Frau zu sein?
  • Schätze ich mich und das was ich tue?

Wenn Sie alle diese Fragen mit einem "Ja" beantworten, haben Sie bereits erkannt, welch wundervoller Mensch, welch wundervolle Frau Sie sind. Doch sehr viele sind anders progammiert worden. Und ich sage ganz bewußt "programmiert", denn wir alle kommen mit einer riesigen Portion Selbstliebe auf diese Welt.

 

 Fehler im System

Wir sind, erst durch unser Schulsystem und später im Berufsleben, gedrillt auf die Makel und Fehler zu schauen. Zu laute Stimme, zu dicke Beine, zu dünne Lippen, zu großer Po, zu kleiner Busen,…

 

Wir bekommen Märchen aufgetischt. Wer, wann, wie zu sein hat. Rollenbilder vorgekaut bis wir sie uns eingebildet haben und sie zu Glaubenssätzen werden. Viele träumen davon Prinzessin zu sein. Vom Ritter in der goldenen Rüstung wach geküsst zu werden. Den richtigen Frosch zu küssen, damit er ein Prinz wird...

 

Wir alle wachsen mit diesen Rollenbildern auf, mit Regeln was „Richtig“ und was „Falsch“ ist.

 

 Schubladendenken

Wie ist eine Frau, wie ist ein Mann. Wie sollten wir in unseren Rollen denken, fühlen, handeln?!

Doch was ist wenn es keine passende Schublade gibt. Wenn keines von beiden zutrifft - oder beides gleichzeitig?

 

Meine Eltern sind noch aus einer Generation, wo diese Rollen oder Schubladen sehr eindeutig verteilt waren. Es war klar was von einem (braven) Mädchen erwartet wird.

Frau Zusammenbruch Rollenbild

Schubladen öffnen - Schicksal wandeln

 

Als Kinder werden wir noch in diese Vorgaben gepresst. Das hinterlässt bei allen von uns Spuren, bei der einen mehr, bei der anderen weniger. Aber wir alle haben männliche und weibliche Anteile in uns.

Das macht uns ganz, das macht uns rund.

 

Doch den Männern ergeht es genauso! Auch sie werden in eine Rolle gepresst und auch bei ihnen hinterlässt es Spuren. Der Prinz ist von der Rolle und meist liegt seine Innere Frau im Wachkoma. Und das Schlimmste: Kaum einer weiß von ihrer Existenz, niemand kann sie wach küssen.

 

Und bei uns Frauen?

 

Ja, bei uns verkümmert oft der Innere Mann. Oder er ist, als Kompensation, über-dominant.

 

Wir können uns die (dauergewellten) Haare raufen, zetern, jammern, schreien und unser unglückliches Schicksal beklagen und anklagen.

Auf die Barrikaden gehen, gendern was das Zeug hält. Das ist auch wichtig ! und es hat sich dadurch schon viel gewandelt.

 

Aber ich bin überzeugt, bevor nicht jede einzelne von uns ihren eigenen Wert erkennt, spürt, lebt und liebt, brauchen wir weiterhin einen Weltfrauentag um auf Mißstände aufmerksam zu machen.

Doch erst wenn wir uns selbst wertschätzen, schätzen wir auch unser gegenüber und werden von ihm geschätzt. Dann braucht es keine Diskussionen mehr, denn dann IST es einfach.

 

Als erwachsene Frau entscheide ich mich, ob ich weiter in einer Rolle lebe oder ob ich mich selbst wach küsse und zur erwachten Frau werde. Weil ich mich schätze und mich liebe so wie ich bin, erschaffe ich mir meine eigene Rüstung - gewebt aus (Selbst)Liebe und Wertschätzung, und rette mich selbst. Denn so wie ich bin, bin ich gut und richtig.

 

Ich möchte dazu auch Flora sprechen lassen. Sie ist als Florian geboren, eine 18jährige Trans-Frau und was Selbstwertschätzung und Selbstachtung betrifft können sich viele (biologische) Frauen, und ich schließe mich mit ein, ein Scheibchen abschneiden.

 

Flora: „Viele sagen: Ich bin gefangen im falschen Körper. Das habe ich nie so gehabt. Ich habe einen Körper und der gehört mir. Ich bin eine Frau und deshalb ist er für mich prinzipiell schon mal ein Frauenkörper...Warum soll ich einen riesigen Haß darauf entwickeln, wenn mir große Teile daran gut gefallen!?“ (Quelle: VOX-Dokumentation: Mann oder Frau)

 

Wer jetzt noch glaubt „falsch“ zu sein, ihren Körper ablehnt oder glaubt Gleichbehandlung heißt ihr Frau-sein verleugnen zu müssen, für die habe ich eine kleine Technik mit der Post-It Methode – zum Warmlaufen, sozusagen:

 

 Überlegen Sie, was Sie besonders an sich mögen. Lassen Sie sich ruhig Zeit. Was gefällt Ihnen?

 

Und mit diesem leisen Lächeln auf den Lippen schreiben Sie auf kleine Zettel oder Post-Its folgende Affirmation:

 

 »Ab jetzt Lebe und Liebe ich die Frau in mir.«

 

Jetzt, überall aufkleben: Badezimmerspiegel, Schlafzimmerkasten, Autokonsole, Geldbörsel, Computerbildschirm…

 ...und schauen was passiert.

 

In diesem Sinne wünsche ich allen Frauen, egal in welchem Körper, einen wundervollen Tag und

Alle (Selbst)Liebe

Katharina Wanha

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Liebe ist kein Selbstläufer

Alles steht Kopf, nichts ist mehr so wie es war, wenn man von seinem Partner betrogen wurde.

 

Es fühlt sich an, als würde einem der Boden unter den Füßen weggezogen, als würde man fallen. Gefühle schwappen hoch – Kränkung, Verletzung, Wut, Trauer. Unverständnis und Angst machen sich breit. Gedanken drehen sich im Kreis, wirbeln durch den Kopf. Was man bisher geglaubt hat, worauf man vertraut hat, ist weg. Das Vertrauen in den Partner und das Vertrauen in sich selbst - die eigene Urteilsfähigkeit. Das Selbstvertrauen ist erschüttert.

 

Die häufigste Frage scheint zu sein: «Warum?»

  Was ist passiert?! Was ist schief gegangen?! Wann ist es zum Seitensprung gekommen?! Was fehlt oder was hat sich nur verändert?!

 Untreue ist vielleicht eine der anspruchsvollsten und härtesten Prüfung für ein Paar.

Wenn wir Liebe nicht als austauschbares Konsumgut sehen und wir nicht «einfach» zum nächsten übergehen, lohnt sich eine ausführliche Betrachtung. Sei es, um die Situation und sich selbst reflektiert zu betrachten, damit Muster erkennbar werden und eine Trennung mit möglichst geringen Verletzungen auf beiden Seiten zu schaffen ist, oder um eine aufrichtige Begegnung mit sich und dem Partner zu suchen, um eine Erneuerung der Liebe zu wagen.

 

Wenn beide entschlossen sind, die Krise als Chance wahrzunehmen, kann professionelle Unterstützung, wie etwa Mentaltraining hilfreich sein. Mentaltraining ist ein wunderbares Werkzeug, um wieder festen Boden unter den Füßen zu gewinnen, um sich zu verankern, zu verwurzeln. Es hilft die Gedankenwirbel zu beruhigen und das Selbsvertrauen zu stärken. Kennen Sie den Spruch: „Reden hilft.“? Es stimmt tatsächlich, vor allem in einem professionell begleiteten Gespräch kann man Lösungen orten wo vorher nur Ausweglosigkeit geherrscht hat. Gemeinsam spürt man dabei die Blockaden und Mißverständnisse auf, die meist dadurch entstehen, dass jeder sein eigenes (Werte-)System und seine bisherigen Erfahrungen in die Beziehung einbringt. Dadurch hat jeder sein eigenes, gelerntes Reaktionsverhalten.

 

Im Laufe unseres Lebens werden unsere Reaktionsmuster mehr und mehr eingefahren und dadurch immer rigider und starrer – und das wirkt sich natürlich auch auf unsere Beziehungen aus.

Erstarrung vermeiden.

 

 Oft fahren wir in einer Beziehung auf eingefahrenen Schienen. Der Alltag lässt wenig Spielraum und das Leben gleitet, so scheint es, an uns vorbei. Die liebenswerten Eigenheiten des Partners sind zu nervtötenden Angewohnheiten mutiert und die achtsam geäußerten Wünsche und Hinweise kommen mittlerweile als gestresste Vorwürfe und kompromisslose Anweisungen daher.

 

Was ist dazwischen passiert?!

Nach dem anfänglichen Verliebt-sein und der faszinierten Beschäftigung mit dem Gegenüber, dreht sich nach und nach alles wieder mehr um das eigene Universum. Die eigenen Sorgen und Ängste, aber auch die persönlichen Wünsche und Bedürfnisse treten wieder mehr in den Vordergrund. Das ist eine vollkommen natürliche Entwicklung, denn den «Verliebtheitsstatus» kann weder der Körper (zuständige Hormone), noch der Geist für immer aufrecht erhalten.

Dazu kommt, dass jeder eigene Erfahrungen und Muster mitbringt. Jeder hat andere Reaktionsweisen und Glaubenssätze gelernt. Dann prallen diese Universen aneinander. Manchmal ist es nur ein kleiner Rumpler, manchmal ein ordentlicher Rumps und manchmal zerbricht etwas dabei.

 

Je mehr wir uns missverstanden fühlen vom anderen, desto mehr werden wir in unserer Reaktionsweise eingeschränkt, die Schienen werden immer enger.

 

Wenn Kränkungen stattfinden, wird die Liebe verschüttet und wir verlieren uns in einer Spirale aus Vorwürfen und Selbstmitleid. Das löst bei vielen die Sehnsucht nach einem neuen Anfang mit einem neuen Partner aus - oder öffnet die Tür zum Seitensprung.

 

Die Illusion, dass das Neue ein Heilmittel gegen die langweiligen Wiederholungen in der alten Beziehung ist, wächst. Doch meist führt dies irgendwann wieder zur gleichen Unzufriedenheit. Vielleicht bemerkt man, dass das Neue gar nicht so anders ist, weil man selbst die Selbe / der Selbe geblieben ist. Die gleichen Themen – vielleicht mit neuer Verpackung – werden aufgewärmt. Oder der Seitensprung verliert schnell seinen Kick und erotische Leere stellt sich ein, die durch erneute Seitensprünge, in der Hoffnung auf Er-Füllung, mehr vertieft wird.

Liebe als Kunst.

 

Ist ein Paar wahrhaftig miteinander verbunden, ist es mehr als die Summe der Einzelpersonen. Für mich ist die Kunst in der Liebe gemeinsam zu wachsen – miteinander, füreinander und zueinander – und dabei die eigene Individualität nicht zu verlieren oder zu verraten.

 

Liebe ist eine magische Substanz, denn sie vermehrt sich in einem, je mehr man davon gibt.

Es ist ihre natürliche Tendenz – Liebe möchte sich ausbreiten, sich verströmen.

Die Kunst ist es auch, sie dabei nicht zu behindern und zu blockieren. Doch oft tun wir genau das. Aus Angst und Unsicherheit torpedieren wir die Liebe durch innere Haltungen, Worte, Taten und Untaten.

 

Untreue kann eine Beziehung zerstören.

Sie kann aber auch Anstoß sein ehrlich hinzuschauen – auf sich und den Partner.

Anstoß, um seine eigenen Gedanken, Glaubenssätze, Worte und Handlungen zu überdenken. Anstoß für einen ehrlichen Austausch über Gefühle, Wünsche und Phantasien. In einer offenen Begegnung miteinander und mit sich selbst ist sie Chance die Beziehung auf eine neue Ebene zu heben.

Beide müssen aber dazu bereit sein.

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