Die 4-Wände-Beziehungs-Challenge und wie ihr sie meistert!!

Die momentane Situation bedingt, dass wir zu Hause bleiben und soziale Kontakte vermeiden. Diese besondere Zeit kann für Paare herausfordernd werden – und das fix auch ohne Kinder.

 

In der Isolation unserer 4 Wände sind wir auf uns selbst zurückgeworfen und eben auch auf unseren Partner/unsere Partnerin. Das Phänomen des „Hüttenkollers“ ist ja vielen bereits ein Begriff, allerdings eher im Urlaub. In einer Partnerschaft „picken“ wir zur Zeit aber auch regelrecht aufeinander. Beim Hüttenkoller im Urlaub ist das zwar auch so, das ist aber auch schon die einzige Gemeinsamkeit von Urlaub und dem jetzigen Ausnahmeszustand.

 

 

Wir können nicht raus gehen, nicht wirklich was unternehmen und es ist alles andere als entspannt. Die meisten machen Heimarbeit und sollten konzentriert ihrer Arbeit nachgehen – erschwert wird dies, wenn zusätzlich kleinere Kinder im Haus sind und auch noch eine Menge an Schulübungen erledigt werden müssen.

 

 Wie kann man dem Ganzen jetzt aber einen positiven Aspekt abgewinnen?

 

Der Paarberater spricht ja gerne von der so wichtigen „Paarzeit“. Zeit, die man ganz dem Partner/der Partnerin widmet, in der wieder liebevolle oder zumindest freundliche Begegnung stattfinden soll.

 

Auf der einen Seite haben wir ja genügend Gelegenheit dazu, auf der anderen Seite verbringen wir vielleicht so viel Zeit miteinander, dass wir uns immer mehr „am Keks“ gehen.

 

Damit nun aus dieser eher unfreiwillig intensiven Paarzeit keine dauerhafte Eiszeit wird, habe ich hier ein paar Ideen für euch:

 

  • Strukturiert euren gemeinsamen Tag:

 

Gliedert den Tag in einen Ablauf aus Arbeitszeit, Freizeit und Paarzeit.

 

 

  • Schafft räumliche Distanz:

 

Wenn die Möglichkeit besteht, dass jeder von euch in einem anderen Raum arbeiten oder seinen persönlichen Interessen nachgehen kann, nutzt das von Anfang an. So bekommt jeder etwas Freiraum, noch ehe das Bedürfnis danach größer wird oder ihr euch gar genervt vom anderen fühlt.

 

 

  • Schafft mentale Distanz:

 

Abstand könnt ihr auch zueinander halten, wenn ihr im selben Raum seid. Macht euch das aber vorher aus. Eine Idee könnte sein, den anderen mal zwei Stunden lang nicht anzusprechen oder anderwertig zu kontaktieren. Wenn einer von euch lesen und der andere fernsehen oder Musik hören will, könnt ihr auch Kopfhörer benutzen um euch gegenseitig nicht zu stören.

 

 

  • Plant gemeinsame Aktivitäten ein:

 

Besprecht und verabredet Dinge, die ihr gemeinsam tun wollt. Ob ihr gemeinsam kocht, ein Brettspiel macht oder euch gegenseitig eure Lieblingsmusik vorspielt. Wichtig ist, den anderen damit nicht zu überfallen oder nicht persönlich beleidigt zu sein, wenn der andere nicht mitmachen will. Trefft einfach gemeinsame Entscheidungen, die beide für gut befinden.

 

 

  • Macht ein kleines Wunschkonzert:

 

Spielerisch gelingt der Alltag gleich noch besser. Vielleicht habt ihr Lust, auf ein kleines Partnerspiel. Jeder schreibt 5 kleine und sofort erfüllbare Wünsche auf je einen Zettel. Bitte achtet darauf, dass es Dinge sind, die den anderen nicht überfordern und leicht  erfüllbar sind in der aktuellen Situation. Alle 2 Tage zieht ihr dann abwechselnd einen Zettel vom Partner und erfüllt aus ganzem Herzen(!) diesen Wunsch.

 

 

  • Macht Bewegung:

 

Klingt vielleicht komisch in diesem Zusammenhang aber Bewegung ist wichtig. Sie baut Spannungen und Stress ab. Es geht dabei nicht um Sport und ihr müßt dafür auch nicht außer Puste oder ins Schwitzen kommen. Ein Spaziergang, allein oder zu zweit, um den Block, sanfte Yoga-Übungen (momentan im Netz überall angeboten…) oder sich einfach ganz sanft durchschütteln reichen ebenfalls aus. Vor allem das Abschütteln machen Tiere unmittelbar nach einer stressigen Situation – und das hat seinen Sinn! Es ist ganz einfach. Stellt euch  hüftbreit hin, lasst die Arme locker hängen und eure Schultern locker nach unten fallen. Dann lasst das Schütteln nur aus den Sprunggelenken ganz sanft entstehen. Auch wenn es sich anfangs holprig anfühlt, werdet ihr mit der Zeit immer flockiger und lockerer.

 

 

  • Baut euch ein virtuelles Problem-Regal:

 

Wenn es zu Spannungen kommt, vielleicht alte Themen hochkochen und ihr momentan keine Möglichkeit habt diese konstruktiv zu bearbeiten, beschließt gemeinsam diese Themen zur Seite zu stellen. Damit sind sie nicht weggeschoben oder unter den Teppich gekehrt, sondern ihr stellt es einfach ins Regal - zur späteren Bearbeitung.

 

Vielleicht fallen euch selbst dazu ebenfalls ein paar zusätzliche Inspirationen für ein liebendes Miteinander ein. Lasst eurer Phantasie einfach freien Lauf. Wichtig ist vor allem eine gute und ehrliche Kommunikation.

Fragen hilft. Reden hilft. Schreien und runter schlucken hilft nicht.

Wenn euch eine Aussage des anderen ärgert, fragt nach, ob das Gesagte richtig verstanden wurde. Denn ganz oft ist es einfach nur ein Mißverständnis.

 

Am allermeisten hilft es zuzuhören. Aktiv zuhören. So zuhören, dass ihr wirklich wertfrei verstehen wollt, was genau der andere gerade ausdrücken möchte.

 

Eure Gedanken und Aufmerksamkeit sind dabei zu 100% bei eurem Gegenüber, während dieser spricht. Bleibt dabei wirklich im Moment und hört achtsam zu – nicht in Gedanken schon an einer gepfefferten Antwort feilen :-). Wiederholt nach einigen Sätzen, was ihr verstanden habt – das signalisiert dem anderen eure Aufmerksamkeit.

Fragt auch gerne nach: „Hab ich das richtig verstanden?“ „Fehlt etwas Wichtiges?“

 

 

Empathie, Wertschätzung und Akzeptanz füreinander sind jetzt wirklich essentiell.

Jeder von euch hat ganz bestimmt unterschiedliche Bedürfnisse in so einer intensiven Zeit zu zweit. Einer braucht jetzt noch mehr Nähe, um sich sicher und geborgen zu fühlen, der andere will sich mehr zurückziehen und braucht Distanz, um besser bei sich bleiben zu können und sich aufgehoben zu fühlen.

 

Redet am besten darüber, was ihr braucht. Vielleicht wird euch das auch jetzt erst so richtig bewußt! Das ist die große Chance, die jeder von uns aus dieser Situation nutzen kann. Wir lernen uns und den anderen noch besser kennen und finden neue Wege miteinander zu kommunizieren.

 

 

 

Ich hoffe, es ist etwas hilfreiches für euch dabei. Wenn ihr Fragen habt oder Anregungen, schreibt sie bitte in die Kommentare.

 

In den nächsten Tagen gebe ich ein paar Inspirationen und Anregungen für Paare, die bereits in einer Beziehungskrise stecken.

 

 

 

Haltet die Ohren steif und bleibt gesund!

 

 

 

Herzliche Grüße

 

Katharina Wanha

 

von Praxis KaWa

 

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